Wir schreiben das Jahr 1972.

In Übach-Palenberg wird der THW-Ortsverband aus dem Luftschutzhilfsdienst (LSHD) gebildet.

Fahrzeuge des LSHD vor der katholischen Grundschule in Übach (1968)

Geschichtliches zum Ortsverband

Der THW-Ortsverband Übach-Palenberg wurde am 16. September 1972 gegründet. Anlass war die bevorstehende vollständige Auflösung des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD), der in der Zeit des Kalten Krieges für den zivilen Schutz der Bevölkerung vorgesehen war.

Bereits zuvor existierten in Übach-Palenberg Einheiten, die Aufgaben übernahmen, die heute typisch für das Technische Hilfswerk (THW) sind – allerdings noch nicht unter diesem Namen. Sie gehörten zum LS-Bergungsdienst (LS-B), einer Fachgruppe des LSHD, deren Aufgabe vor allem die Rettung und Bergung von Menschen nach Luftangriffen oder schweren Zerstörungen war.

Mit der Auflösung des LSHD stellte sich Anfang der 1970er Jahre die Frage, wie die vorhandenen Fähigkeiten und die engagierten Helferinnen und Helfer weiter genutzt werden konnten. Das Technische Hilfswerk, die zivile Katastrophenschutzorganisation des Bundes, bot hierfür eine neue organisatorische Heimat.

Der erste Ortsbeauftragte des THW in Übach-Palenberg, Walter Schwarz, setzte sich gemeinsam mit weiteren Führungskräften dafür ein, dass die bestehenden Einheiten in das THW überführt werden konnten. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Ortsverband vier Bergungszüge mit jeweils 38 Helfern, eine Versorgungsgruppe mit 12 Helfern sowie eine Führungsgruppe Bereitschaft/Bergung.

Insgesamt verfügte der junge Ortsverband damit über rund 170 Helfer – ein beachtliches Engagement ehrenamtlicher Kräfte.

Improvisierte Anfangsjahre

Die Unterbringung der Einheiten war in den Anfangsjahren denkbar einfach – man kann auch sagen: improvisiert. Die Helfer waren auf drei ehemalige Verkaufs- und Geschäftsräume von Einzelhandelsunternehmen in Übach verteilt. Fahrzeuge standen teilweise in Garagen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche.

Die organisatorische Leitung erfolgte von einem zentralen Büro in der Freiheitsstraße aus. Zum Dienstbeginn trafen sich die Helfer in ihren jeweiligen Unterkünften, zogen ihre Arbeitskleidung an und fuhren anschließend gemeinsam zu Ausbildungsorten in der Umgebung.

Diese Ausbildung war schon damals ein zentraler Bestandteil der THW-Arbeit: Helfer trainierten Bergungstechniken, den Umgang mit schwerem Gerät, das Abstützen beschädigter Gebäude oder die technische Hilfeleistung nach Unglücken – Fähigkeiten, die bis heute zum Kernauftrag des THW gehören.

Erste feste Unterkunft

Eine deutliche Verbesserung der Situation trat Mitte der 1980er Jahre ein, als der Ortsverband in eine Unterkunft in der Holthausener Straße umziehen konnte.

Diese Gebäude standen jedoch nur zeitweise zur Verfügung und wurden später verkauft. Darauf folgte eine mehrjährige Phase, in der das THW in ehemaligen Produktionsräumen der Firma Metallbau Schuler an der Jülicher Straße untergebracht war.

Aus dieser Übergangslösung entstand schließlich eine langfristige Perspektive:
Das Unternehmen bot dem THW an, eine neue Unterkunft an der Werkstraße 3 zu errichten.

Die Ära Werkstraße

Der damalige Ortsbeauftragte Walter Schwarz erkannte sofort die Chance, eine Unterkunft zu schaffen, die exakt auf die Anforderungen eines THW-Ortsverbandes zugeschnitten war.

Gemeinsam mit dem von den Brüdern Willi und Hans Schuler beauftragten Architekten entwickelte er ein Konzept, das erstmals alle wichtigen Funktionen vereinte:

  • Fahrzeughallen für Einsatzfahrzeuge
  • Unterrichts- und Schulungsräume
  • Bekleidungskammer
  • Werkstattbereiche
  • sowie Räume für Verwaltung und Ausbildung

Im Oktober 1993 wurde die neue Unterkunft an der Werkstraße feierlich eingeweiht.

Sie blieb über fast drei Jahrzehnte das Zuhause des Ortsverbandes und bildete die Grundlage für zahlreiche Ausbildungen, Übungen und Einsätze im Katastrophenschutz, bei Hochwasserlagen, Sturmschäden oder technischen Hilfeleistungen.

Ein neues Kapitel: Holthausen

Mit dem Ende des Jahres 2021 endete schließlich die „Ära Werkstraße“.

Der THW-Ortsverband Übach-Palenberg zog in eine moderne Unterkunft im Gewerbegebiet Holthausen (F.-W.-Raiffeisenstraße 19–25b) um.

Hier stehen heute deutlich bessere Bedingungen für Ausbildung, Einsatzvorbereitung und Technik zur Verfügung. Moderne Fahrzeughallen, Schulungsräume und Werkstätten ermöglichen es den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sich optimal auf ihre Aufgaben vorzubereiten.