Der Technische Zug - die Basiseinheit des THW

Der "mobile Werkzeugkoffer" des THW bestehend aus Menschen, Fahrzeugen und Technik stellt sich vor. 

Zugführer Jens Ueberdick

Der Technische Zug

In den THW-Ortsverbänden sind jeweils neben den Grundkomponenten des Technischen Zuges (TZ) – mit einem Zugtrupp als Führungskomponente und zwei Bergungsgruppen als vielseitig einsetzbare „Technikbaukästen“ – eine oder mehrere Fachgruppen stationiert, welche für bestimmte Einsatzschwerpunkte spezialisiert sind. So gibt es beispielsweise Fachgruppen speziell für den Bereich Wasserschäden- und Gefahren, Brückenbau, Ölbekämpfung, Trinkwasseraufbereitung, Beleuchtung oder auch Ortung, welche z.B. mit Suchhunden arbeitet.

Der Einsatz des TZ erfolgt in modularer Weise angepasst an die örtlichen Erfordernisse der Schadensbekämpfung. Dabei sind Personal und Technik auf eine weitgehende Verzahnung vorhandenen Fachgruppen mit den überörtlich oder überregional vorhandenen THW-Gruppen ausgerichtet. Die Ortsverbände (OV), die gemeinsam einen Geschäftsführerbereich (GfB) bilden, stellen neben einer ausreichenden Anzahl an Bergungsgruppen das gesamte Spektrum der überörtlichen technischen Fachgruppen.

Auf die Anforderung nach einem Schadensereignis reagiert unmittelbar der nächstgelegene Ortsverband. Sofern dessen Leistungsfähigkeit nicht ausreicht, werden auf GfB-Ebene erforderliche Fachgruppen oder ganze Technische Züge nachalarmiert. Die zuständige Geschäftsstelle koordiniert die Beistellung von weiteren Einheiten aus dem GfB, aus Nachbar-GfB und gegebenenfalls unter Einschaltung der Landesbeauftragten-Dienststelle (LV) den überregionalen Einsatz von Facheinheiten. Im Ortsverband Übach-Palenberg ist ein Technischer Zug stationiert, der mit den beiden Fachgruppen Beleuchtung und Infrastruktur ausgestattet ist.

Bergungsgruppen

Die beiden Bergungsgruppen als Basis des Technischen Zuges bieten nach dem Grundsatz „Retten, Bergen, Schützen“ eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten: Atemschutzgeräteträger, hydraulische, pneumatische und elektrische Rettungsgeräte, Stromerzeuger, Pumpen, Einsatzgerüstsystem und Motorkettensägen sind einige wenige Schlagworte, mit denen die „Universalität“ der Bergungsgruppen angedeutet werden kann. Dementsprechend breit ist auch das Anforderungsprofil.  Häufige Einsatzschwerpunkte der Bergungsgruppen waren die Auswirkungen von Unwettern oder Naturkatastrophen wie beispielsweise bei den Hochwassern an der Elbe 2002 und 2013 oder die Unwetterschäden in Neuss/Düsseldorf 2014.

Fachgruppe Beleuchtung

Die Fachgruppe Beleuchtung ist darauf spezialisiert, Einsatz- oder Schadensgebiete möglichst blendfrei und vor allem flächendeckend auszuleuchten, um ein sicheres Arbeiten der Einsatzkräfte zu gewährleisten. Typische Anforderungen der letzten Jahre kamen zum Beispiel aus den Reihen der Polizei und Bundespolizei bei nächtlichen Verkehrs- oder Transportkontrollen oder auch bei der Spurensicherung an Tatorten. Natürlich gibt es auch Anforderungen der Feuerwehren, wie beispielsweise beim Brand der Schwimmhalle in Geilenkirchen oder dem Brand einer Düngemittelfabrik in Krefeld 2012.

Fachgruppe Infrastruktur

Die Fachgruppe Infrastruktur hat im THW die Aufgabe, infrastrukturelle Einrichtungen wiederherzustellen oder aufzubauen, also konkret die Strom-, Gas- und Wasserversorgung, sowie die Wasserentsorgung im Bereich der Gebäudetechnik zu gewährleisten. Typische Einsatzgebiete dieser Gruppe ergeben sich zum Beispiel beim Aufbau und der Betreibung von Notunterkünften, Bereitstellungsräumen oder Behandlungsplätzen. Auch nach Umweltkatastrophen wird die Fachgruppe Infrastruktur eingesetzt, um zum Beispiel Verteiler- und Verbraucheranlagen behelfsmäßig instand zu setzen. Eine enge Zusammenarbeit mit den regionalen Ver- und Entsorgungsunternehmen spielt hierbei eine wichtige Rolle.