Technik zum Mitnehmen.

Jeder THW-Ortsverband in Deutschland hält eine fest vorgeschriebene Palette an Werkzeugen vor. Wir stellen Ihnen einige davon vor. 

Hydraulischer Schere- & Spreizer-Satz

Der Hydraulikspreizer im Einsatz

Das Weber Schere Spreizer- System ist ein besonders gestaltetes, hydraulisch betätigtes Rettungsgerät zum Schneiden von Metall- und Karosserieteilen. Es wird  zur Rettung eingeklemmter oder eingeschlossener Unfallopfer verwendet, zum schneiden von Tür und Dachholmen, Türpfosten und Schweller, Lenkkranz und Speichen des Lenkrades. Zum Trennen von Vollmaterial sind die Messer im hinteren Bereich mit besonderen Rundmaterialien versehen. Des Weiteren kann das Gerät zum Spreizen, Drücken und Ziehen, zum Öffnen von Türen- Zurückschieben von Sitzen- Anheben von Fahrzeugen, Wegdrücken und Bewegen von Fahrzeugteilen und Lasten in horizontaler und vertikaler Richtung eingesetzt werden.

Neben dem Einsatz im Unfall- Rettungswesen wird das Gerät auch im industriellen Bereich eingesetzt, z.B. zum Schneiden von Rohren, Baustählen, Profilen, Blechen und Kabeln. Mittels eines dazugehörenden Kettensatzes ist es außerdem möglich, Gegenstände zusammenzuziehen um beispielsweise Öffnungen in Metallgeländer zu schaffen. Angetrieben werden Schere und Spreizer über eine kleine, jedoch leistungsstarke Hydraulikpumpe mit Benzinmotor, welche ein sehr geringes Gewicht hat. Der Arbeitsdruck des Hydrauliköls liegt bei max. 630 bar, beide Geräte können über eine Schlauchweiche abwechselnd angesprochen werden.

Pneumatische Hebekissen 19t/40t

Die 40t Hebekissen heben einen Unimog

Mit den Hebekissen, die auf dem GKW I verlastet sind, können im Idealfall bis zu 40 Tonnen angehoben werden. Aufgeblasen werden die Kissen entweder über die gleichen Pressluftflaschen, die bei den Atemschutzgeräten eingesetzt werden, über die Zweikreis-Druckluftanlage eines LKWs oder über einen Druckluftkompressor, wie ihn die Räumgruppen besitzen. Der Arbeitsdruck der Kissen liegt bei 8 bar. Die Kissen werden mittels eines Steuergerätes präzise aufgepumpt, sodass einem Verrutschen oder Kippen der Last entgegengewirkt werden kann. Die Maximalhöhe eines Kissens liegt bei etwa 20cm. Zur Erhöhung können allerdings zwei Kissen übereinander gestapelt werden, wobei die Auflagefläche mindestens 2/3 der Gesamtfläche betragen sollte.

Ein klarer Vorteil gegenüber anderen Hebewerkzeugen liegt in der Bauhöhe der Kissen, welche lediglich 2,5cm beträgt und die somit Zugriffe schon in schmalsten Spalten ermöglicht. Dem Ortsverband Übach-Palenberg stehen je zwei Hebekissen á 19t und 40t zur Verfügung. Sie werden eingesetzt, um schwere Gegenstände anzuheben oder auch zur Unfallrettung von eingeklemmten Personen. Umgestürzte Fahrzeuge können ebenfalls schnell wieder aufgerichtet werden. Spezielle Gruppen im THW, wie zum Beispiel die B2(B) besitzen mittlerweile größere Ausführungen, die bis zu 120 Tonnen heben können und ebenfalls stapelbar sind.

Motorkettensägen

Die Motorkettensäge ist ein universelles Gerät zur groben und schnellen Holzbearbeitung. Mit einer Kettensäge hat man je nach Art uns Ausführung die Möglichkeit, den Werkstoff Holz zu be- oder verarbeiten, und so verfügt auch das THW Übach-Palenberg über eine große und flexible Ausstattung, um diese Tätigkeiten ausführen zu können. Im folgenden eine kurze Beschreibung der unterschiedlichen Sägetypen:

Elektrokettensäge

Sie wird überwiegend im Bereich der Holzbearbeitung in Innenräumen verwendet, um eine Abgasbelastung zu vermeiden und um zügig Holz abzulängen. Und genau auch aus diesem Grund ist die Elektrosäge extrem wichtig für den Nutzen in einem Einsatz, wenn zum Beispiel in engen, schlecht belüfteten Räumen gearbeitet wird.

Ein-Hand Motorsäge

Diese Art Sägen sind für den Einsatz am Baum bzw. eher noch am Astwerk gemacht, entweder vom Hubsteiger, von der Leiter, oder direkt aus dem Baum heraus. Sie sind in ihrem Gewicht, der Motorleistung und der Schwertlänge für das Arbeiten mit einer Hand optimiert, und dementsprechend leicht und handlich. Nichts desto trotz ist auch ein normales, zweihändiges Arbeiten mit ihnen möglich.

Leichte Motorsäge

Die leichte Motorsäge ist das Standart-Arbeitsgerät, da sie ein optimales Gewicht- / Leistungsverhältnis besitzt. Mit ihr lassen sich sowohl alle normalen Zuschnittarbeiten an Bauholz (da sie noch einigermaßen leicht und handlich ist), als auch sämtliche Arbeitsschritte bei der Beseitigung eines Baumes durchführen (Entasten des Baumes, Ablängen des Stammholzes und Fällschnitte bei kleinen bis mittleren Bäumen), ohne das der Helfer schon nach kurzer Zeit ermüdet.

Mittelstarke Motorsäge

Sie ist eigentlich ein Arbeitstier für das Grobe und eher für Fällschnitte größerer Bäume und dem Auftrennen und/oder Ablängen des bereits liegenden Stammes notwendig. Auf Grund ihrer Leistung lassen sich ohne Probleme Trennschnitte bis zur vollen Schwertlänge bewältigen, ohne das die Motorleistung dadurch gemindert wird.

Starke Motorsäge

Zwei 051er Stihl Sägen sind bei uns im Ortsverband mittlerweile schon seit über 25 Jahren im Einsatz, und über ihre fast 6,5PS mit 110ccm würde sich manch' ein Rollerfahrer freuen. Sie werden immer wieder dann zum Einsatz gebracht, wenn wirklich viele Trennschnitte an massiven Stämmen durchgeführt werden müssen, bei denen die anderen Sägen an ihre Leistungsgrenzen gebracht werden würden. So mag es nicht verwundern, das diese Bauart für eine effektiv nutzbare Schwertlänge von 100cm ausgelegt ist, was eher dem Ausmaß eines Tropenbaumes entspricht.

Schutzausstattung

Bei dem Umgang mit einer Motorsäge, egal welchen Bauart und Größe, ist es extrem wichtig, die Schutzausstattung zu benutzen! Die wichtigste Schutzausstattung umfasst eine Schnittschutzhose (bei Arbeiten im Baum wird zusätzlich noch eine Schnittschutzjacke getragen) und einen Helm mit Visier und Gehörschutz. Wenn man bedenkt, das eine auf Vollgas laufende Motorsäge ca. 14.000 Umdrehungen pro Minute macht leuchtet es schnell ein, warum das Tragen von Schnittschutzhosen, auch oder gerade im privaten Gebrauch so unwahrscheinlich wichtig ist!

Hydraulikstempel "Hydro-Presse"

Die Hydropresse im Einsatz

Mit der so genannten "Hydropresse" können schwere Gegenstände problemlos angehoben werden. Die beiden Zylinder werden mittels einer Handpumpe ausgefahren und können somit bis zu 15 Tonnen an Gewicht anheben. Gesichert sind diese Zylinder mit einem "Schnell-Stopp", sodass bei plötzlichen Druckabfall (z.B. bei einem geborstenen Druckschlauch) der Zylinder nicht wieder zusammen fährt, sondern nach nur wenigen Mikrometern zum Stillstand kommt. Eingesetzt wird die Hydropresse z.B. um einen LKW anzuheben. Auch bei Aufgleis-Arbeiten von entgleisten Waggons oder Lokomotiven finden diese Hydraulikstempel Verwendung.

Da die Stempel standardmäßig mit einer Handpumpe betätigt werden, ist ein präziser und vorsichtiger Einsatz möglich. Die Kraftaufwendung ist erstaunlicherweise nicht besonders hoch. Der schnelle Zusammenbau des Geräts und das geringe Gewicht tragen zur hohen Flexibilität bei. Jeder Helfer wird in der Grundausbildung an diesem Gerät ausgebildet. Die Hydropresse wird auf dem GKW I der 1. Bergungsgruppe verlastet.

Tragbare Stromerzeuger

Stromerzeuger 8 kVA

Diese kleinen Stromerzeuger sind eine absolute Notwendigkeit bei Einsätzen - eine schnelle Stromversorgung kann somit schon mit dem ersten eintreffenden Fahrzeug gewährt werden. So ist die Gruppe unabhängig vom örtlichen Stromnetz, und kann die Zeit überbrücken, bis z.B. die weit größeren Netzersatzanlagen des THW betriebsbereit zur Verfügung stehen. Sie sind allerdings auch bei kleineren Einsätzen und Übungen immer wieder nützlich.

Das THW Übach-Palenberg besitzt zwei 5 kVA sowie zwei 8 kVA Aggregate. Betrieben werden die Aggregate mit gewöhnlichem Normalbenzin. Lediglich die Aggregate mit Zweitakt-Motor benötigen ein Kraftstoff-Öl-Gemisch. Die Aggregate sind standardmäßig mit eigenen Sicherungsautomaten ausgestattet, an den stärkeren Aggregaten kann sogar 16A Drehstrom entnommen werden. Das Starten und Bedienen ist ein Bestandteil der THW-Grundausbildungsprüfung.