THW unterstützt Großübung „EMREX“ in Gangelt

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Gangelt,

Wenn es im Einsatzfall darauf ankommt, zählt vor allem eines: funktionierende Abläufe – auch über Ländergrenzen hinweg. Genau das wurde bei der groß angelegten, euregionalen Übung „EMREX“ im Raum Gangelt unter realitätsnahen Bedingungen erprobt.

Ein simulierter Massenunfall auf der Kreisstraße 13 (K13) bildete die Grundlage für eines der größten grenzüberschreitenden Übungsszenarien der vergangenen Jahre im Kreis Heinsberg. Rund 630 Einsatzkräfte aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien sowie etwa 60 Verletztendarsteller stellten einen komplexen Massenanfall von Verletzten (MANV) dar.

Beteiligt waren unter anderem Feuerwehren, Rettungsdienste und Katastrophenschutzeinheiten aus dem Kreis Heinsberg, der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Viersen und Düren. Ergänzt wurde das Spektrum durch die Polizei NRW sowie internationale Kräfte – darunter Einheiten aus den niederländischen und belgischen Provinzen Limburg und Lüttich.

Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit im EMRIC-Verbund (Euregio Maas-Rhein Incident and Crisis Management) unter realistischen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln. Neben der medizinischen Versorgung lag ein besonderer Fokus auf der Kommunikation, Koordination und dem Zusammenspiel unterschiedlicher Führungssysteme und Leitstellen über Ländergrenzen hinweg.

Ergänzt wurde das Szenario durch typische Einsatzlagen wie die Rettung aus verunfallten Fahrzeugen, CBRN-Erkundung, Gefahrguteinsätze, den Aufbau von Dekontaminationsplätzen sowie die Einrichtung und den Betrieb von Bereitstellungsräumen. Auch moderne Systeme wie digitale Lageführungstools und die Abfrage freier Krankenhauskapazitäten innerhalb der Euregio wurden in die Übung integriert.

Auch das Technische Hilfswerk war in die Übung eingebunden – wenn auch nicht in der direkten Einsatzabarbeitung, sondern dort, wo solche Lagen überhaupt erst ermöglicht werden: in der Vorbereitung und Strukturierung. Die Fachgruppe Räumen des Ortsverbandes Hückelhoven sowie Kräfte aus dem Technischen Zug des Ortsverbandes Übach-Palenberg unterstützten die Übungsleitung bei der Vor- und Nachbereitung.

Gerade bei komplexen Übungslagen entscheidet die Qualität der Vorbereitung über den späteren Erkenntnisgewinn. Infrastruktur schaffen, Abläufe vorbereiten, Rückbau organisieren und Ergebnisse sichern – klassische THW-Stärken, die hier gezielt eingebracht wurden.

Die Übung ist Teil des EMRIC-Übungszyklus „EMREX“. Während EMRIC die strukturelle Zusammenarbeit der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben in der Euregio beschreibt, bildet „EMREX“ das praktische Gegenstück: Hier werden Konzepte, Schnittstellen und Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen getestet, überprüft und weiterentwickelt.

Die Ergebnisse der Übung werden in den kommenden Wochen ausgewertet, um bestehende Abläufe weiter zu optimieren. Der Anspruch ist klar: Im Einsatzfall sollen alle Beteiligten – unabhängig von Herkunft und Organisation – wie ein eingespieltes System funktionieren.

Für das THW bot die Übung die Möglichkeit, die eigene Rolle im Bevölkerungsschutz auch jenseits der sichtbaren Einsatzphase zu unterstreichen: als verlässlicher Partner in Vorbereitung, Logistik und Struktur. Gleichzeitig konnten wichtige Erkenntnisse für zukünftige Einsatzlagen gewonnen werden – insbesondere im Hinblick auf Schnittstellen, Kommunikation und Abstimmungsprozesse im multinationalen Kontext.

Fazit: Eine anspruchsvolle Übung, die zeigt, dass effektiver Bevölkerungsschutz nicht erst im Einsatz beginnt – sondern lange davor.

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